Blog – Datenschutzbüro Rößner

Datenschutz ist eine dynamische Angelegenheit. Neue Gesetze und ständig neue Rechtsprechung erfordern die Anpassung eigener Datenschutzprozesse im Unternehmen. So empfiehlt es sich, die Verarbeitungsverzeichnisse, die technischen und organisatorischen Maßnahmen, das Löschkonzept oder auch eine Datenschutzfolgenabschätzung an auf aktuellem Stand zu halten. Hier informieren Sie sich über neue Erfordernisse beim Datenschutz, technisch und rechtlich. Auch aktuelle Entwicklungen bezüglich der Aufsichtsbehörden und des BSI werden hier zum Teil aufgezeigt. Wir helfen Ihnen gern weiter!

28.01.23

• Bilder von Mitarbeitern auf einer Facebook-Unternehmerseite

Kurz und knackig: wenn Sie auf Ihrer Facebook – Unternehmerseite Ihr Unternehmen auch mit Bildern Ihrer Mitarbeiter interessant gestalten wollen, spricht dann nichts dagegen, wenn Sie von jedem der abgebildeten Mitarbeiter eine Einwilligung haben. Sie sollte allerdings wirklich nachweisbar vorliegen, weil andernfalls eine Veröffentlichung ohne Einwilligung zu einem Schadensersatzanspruch führt. Das hat das Arbeitsgericht Lübeck in seinem Beschluss vom 20.6.2019 festgestellt.

 

• Bilder von ehemaligen Mitarbeitern auf einer Webseite

Hat jemand das Team verlassen, hat er grundsätzlich das Recht nicht mehr mit dem bisherigen Arbeitgeber in Verbindung gebracht zu werden. Ein Verstoß dagegen soll nach Ansicht des Landgerichts Frankfurt am Main eine Beeinträchtigung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellen. Auch dann, wenn ursprünglich eine Verbreitung über die Webseite rechtmäßig war (weil eine Einwilligung der betroffenen Person vorhanden war), kann diese Rechtmäßigkeit nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses entfallen, was im Übrigen nach Ansicht des Gerichts auch für Vereine gilt, die nicht gewerblich tätig sind!

Laut Gericht besteht regelmäßig kein schutzwürdiges Interesse für ein Unternehmen über das Beschäftigungsverhältnis hinaus, Bilder oder Daten ehemaliger Mitarbeiter auf den eigenen Webseiten weiter zur Verfügung zu stellen LG Frankfurt am Main, Beschluss vom 1.6.2018.

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09.01.2023

Überprüfung von Usercentrics: 90 % der Apps entsprechen nicht der DSGVO

Nicht nur die bekannten Apps wie WhatsApp, Twitter oder Instagram sind seit geraumer Zeit im Fokus der Datenschützer, sondern auch andere Apps. Ein Münchner StartUp Unternehmen will in einer Studie ermittelt haben, dass 90 % der untersuchten Apps unterschiedlichster Kategorien nicht datenschutzkonform sind und personenbezogene Daten ohne Einwilligung der User sammelt und verwendet.

Die Glücksspiel – Apps sind nach dieser Studie zu 100 % mangelhaft in Bezug auf die Umsetzung der Datenschutz Grundverordnung. 

2021 begann das Startup-Unternehmen Usercentrics damit, 250 Apps näher zu prüfen. 50 Apps gehörten den Sparten „Lifestyle, Lebensmittel, Gesundheit, Fitness, Finanzen und Glücksspiel“ an. 84 % der Lebensmittel – Apps scheinen den Datenschutz vollständig außer Acht zu lassen. Bei den Glücksspiel – Apps waren alle untersuchten Apps laut deren Aussage bezüglich Datenschutz mangelhaft. Alle Nutzer wurden ohne deren ausdrückliche Einwilligung getrackt. Ausgerechnet diejenigen Apps, die besonders Zeit intensiv eingesetzt werden, scheinen ohne Rücksicht auf Verluste das gesamte Nutzerverhalten zu sammeln und ohne die erforderliche Erlaubnis der User weiterzugeben.

Es wird „getrackt“ was das Zeug hält

Diesen Unternehmen droht im Ernstfall ein hohes Bußgeld und das Startup Unternehmen will vor allem die Entwickler bezüglich des Datenschutzes sensibilisieren. Offensichtlich kann man die Datenschutz – Sünder unter den Apps mit dem Tool Apptopia aufspüren. Es wurden nur solche Apps untersucht, die mindestens 50.000-tägliche Nutzer haben und in der EU beheimatet sind.

Es bleibt nur abschließend zu mahnen, mit den eigenen Daten sorgsam umzugehen und nicht alles, was uns als toller Service verkauft wird, ohne nähere Prüfung zu verwenden. Wenn man das Wort „Daten“ mit dem Wort „Bargeld“ auch gedanklich austauscht, könnte man die Vorsichtsmaßnahmen auch auf die Daten übertragen. Niemand wird sein Bargeld einfach offen rumliegen lassen oder irgend jemand Fremden den Griff an das eigene Portmonee gestatten. Warum gestatten wir das bei unseren Daten?

In diesem Sinne: bleiben Sie aufmerksam.